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Kalibrierlabor

Messergebnisse müssen präzise sein. Mit ihrem Kalibrierlabor leistet die BAM einen wichtigen Beitrag zur metrologischen Rückführung von Mess- und Prüfergebnissen.

Das Kalibrierlabor D-K-11075-08

Die BAM betreibt ein eigenes akkreditiertes Kalibrierlabor für Kraft, Temperatur sowie elektrische Messgrößen. Das Kalibrierlabor der BAM ist nach DIN EN ISO/IEC 17025 durch die DAkkS akkreditiert. Die Leistungen werden sowohl BAM-intern als auch für externe Kunden angeboten. Das Kalibrierlabor stellt seine Kompetenz auch in Form von Beratungstätigkeiten zur Verfügung, z.B. zur Sensor- und Messmittelauswahl, sowie im Rahmen von Forschung und Entwicklung, z.B. für neue Sensor- und Kalibrierkonzepte.

Akkreditierungsurkunde
Flexibler Geltungsbereich (PDF) (nicht barrierefrei) [PDF, 291 KB]

Metrologische Rückführbarkeit

Rückführbarkeit ist die zentrale Voraussetzung für die Vergleichbarkeit von Messergebnissen. Die Rückführbarkeit eines Messergebnisses ist gegeben, wenn der ermittelte Messwert durch eine ununterbrochene Kette von Vergleichsmessungen mit bekannter Messunsicherheit (Kalibrierungen) auf ein nationales oder internationales Normal bezogen ist. Darüber hinaus müssen weitere Elemente gegeben sein, wie die Dokumentation der Kalibrierkette, die z. B. durch Akkreditierung nachgewiesene Kompetenz des ausführenden Labors sowie ein Plan zu angemessenen Rekalibrierfristen.

Besonders dann, wenn eine Konformitätsbewertung mit Hilfe von Messungen erfolgt, muss die Richtigkeit der Messergebnisse sichergestellt sein. Die Rückführbarkeit ist ein wesentlicher Beitrag für das Vertrauen in die Gültigkeit von Messergebnissen und eine der grundlegenden Anforderungen bei der Anwendung von Qualitätsnormen, wie der DIN EN ISO/IEC 17025. Auch im Bereich Forschung und Entwicklung spielt die metrologische Rückführbarkeit eine immer wichtigere Rolle. So hat auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) kürzlich die Kalibrierung von Messgeräten in ihrem Kodex „Leitlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ verankert.

DFG Portal Wissenschaftliche Integrität (DFG Kodex Gute wissenschaftliche Praxis)

Voraussetzungen für präzise Messungen

Zu den Voraussetzungen für präzise Messungen mit möglichst kleinen Messunsicherheiten gehören stabile Umgebungsbedingungen mit minimalen thermischen, mechanischen und strahlungsbedingten Störeinflüssen, ein umfassendes Inventar von hochwertigen Mess- und Kalibriereinrichtungen sowie etablierte Verfahren. Der Großteil der im Kalibrierlabor eingesetzten Bezugsnormale ist direkt an die nationalen Normale der PTB angeschlossen.

Qualitätsleitbild der BAM

  • Kraftbezugsnormal-Messeinrichtung

    Eines der zentralen Elemente im Kalibrierlabor ist die hydraulisch übersetzte Kraftbezugsnormal-Messeinrichtung (KBNME). Sie ist für einachsige Belastungen (Zug und Druck) von 200 N bis 5 MN mit einer Messunsicherheit von 0,02 % ausgelegt. Eine Totlast-KBNME deckt den unteren Kraftbereich von 10 N bis 2 kN mit einer Messunsicherheit von 0,01 % ab.

    Akkreditierte Kalibrierungen der Messgröße Kraft werden nach DIN EN ISO 376 oder DKD-R 3-3 durchgeführt. Für sehr hohe Druckkräfte bis 21 MN steht ein eigens entwickeltes Build-up-System aus bis zu 5 Einzelaufnehmern zu je 5 MN mit hydraulischen Ausgleichszylindern zur Verfügung.

  • Kalibrierungen elektrischer Messgrößen

    Die Kalibrierungen elektrischer Messgrößen erfolgen im Gleichstrom- und Niederfrequenzbereich und sind für Multimeter und Multiproduktkalibratoren mit den Messgrößen Gleichstrom, Gleichspannung und Gleichstromwiderstand DAkkS-akkreditiert. Dabei können kleinste Messunsicherheiten von 0,8 nA (DCI), 1 µV (DCU) bzw. 4 ppm (DCR) erreicht werden. Auch die Kalibrierung des Spannungsverhältnisses von Messverstärkern und Brückennormalen gehört zu den regelmäßig durchgeführten Arbeiten.

    Als eines von wenigen Laboren ist das Kalibrierlabor der BAM für die Kalibrierung von Viertelbrückenschaltungen akkreditiert. Nicht-akkreditierte Verfahren stehen außerdem für die Kalibrierungen von Wechselstrom und Wechselspannung zur Verfügung.

  • Kalibrierung von Temperaturmessgrößen

    • Widerstandsthermometer (Pt100, Pt1000 nach DKD-R 5-1)
    • Thermoelemente (edel und unedel nach DKD-R 5-3)
    • Temperaturanzeigegeräte (mit und ohne angeschlossenen Sensorelementen nach DKD-R 5-5)
    • Temperaturlogger und Simulatoren (z.B. nach DIN EN 60751 oder DIN EN 60548-1)

    Für Sensorelemente wird die Kalibrierung in unterschiedlichen Umgebungsmedien (z.B. Luft im Trockenblock oder Silikonöl im gerührten Flüssigkeitsbad) in einem Temperaturbereich von -50 °C bis 160 °C mit einer Genauigkeit von bis zu 30 mK angeboten. Für Anzeigegeräte und Simulatoren sind Temperaturen von -200 °C bis teilweise 1750 °C möglich.

Die BAM ist eine wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde 
im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

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