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Zerstörungsfreie Prüfmethoden für das Bauwesen

FACHBEREICH 8.2

Der Fachbereich Zerstörungsfreie Prüfmethoden für das Bauwesen fördert die praktische Anwendung von zerstörungsfreien Prüfverfahren für alle Bereiche des Bauwesens, verbessert bestehende Verfahren, entwickelt und validiert neue Methoden und unterstützt die Entwicklung von Regelwerken.

Zerstörungsfreie Prüfverfahren im Bauwesen (ZfPBau) werden für Sonderaufgaben bei Schadensfällen angewendet, helfen bei der Verifizierung von Bestandsplänen, dienen als Werkzeug der Qualitätssicherung während der Bauausführung und werden zur Dauerüberwachung eingesetzt. Sie leisten so einen wichtigen Beitrag für dauerhafte und sichere Bauwerke.

ZfPBau liefert Informationen zur genauen Lage von Einbauteilen wie Bewehrungsstahl, Rohren oder Spannkanälen sowie zur Bauteilbeschaffenheit. So wird effiziente ingenieurtechnische Planung von Instandhaltungs-, Sanierungs- und Renovierungsaufgaben ermöglicht. Eingebettete ZfP-Sensorik samt fortschrittlicher Signalverarbeitung und Datenbanktechnologie mit Schnittstellen zu Building Information Modeling (BIM) ermöglicht zukünftig einen „smarten“ Bauwerksbetrieb, der auch die Abschätzung des zukünftigen Materialverhaltens bzw. der Restlebensdauer ermöglicht – unser Beitrag zu ZfPBau 4.0.

Unsere klassischen Anwendungsgebiete sind die Qualitätssicherung, Bestandsaufnahme und Zustandsermittlung von Bauwerken aller Art. Ein Fokus liegt dabei auf Infrastrukturbauwerken, z. B. der verbesserten Nutzung von ZfP-Daten für die Nachrechnung älterer Brücken (ZfPStatik). Wir arbeiten aber auch an Prüfmethoden für neu eingeführte oder noch in der Entwicklung befindliche Baustoffe und Bauweisen wie dem Beton 3D-Druck, Lehm oder Geopolymeren ebenso wie für Anwendungen in der nuklearen Entsorgung.

Wir arbeiten in nationalen und internationalen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben mit Industrie, öffentlichen Verwaltungen und Forschungseinrichtungen und führen Machbarkeitsstudien und Prüfungen durch. Dabei arbeiten wir mit allen Bereichen des Bauwesens zusammen, mit Bauchemie und Baustoffkunde, Hoch- und Tiefbau, Geotechnik und Denkmalschutz.

Unser internationaler „Trainingsworkshop für Advanced NDT-CE“ wird in überarbeiteter Form auch 2025 und 2026 wieder angeboten.

  • Kompetenzen

    • Forschung, Entwicklung und Anwendung von ZfP-Methoden für die Sicherheit und Nachhaltigkeit im Bauwesen
    • Steigerung der Qualität und Wirksamkeit von ZfP durch Nutzung von Automatisierung, Digitalisierung oder Verfahrenskombination
    • Ermittlung der Möglichkeiten und Grenzen von ZfP-Verfahren für spezifische Aufgabenstellungen
    • Durchführung von Verfahrensvalidierung im Rahmen eines Qualitätsmanagements
    • Entwicklung und Bereitstellung von Referenzprobekörpern und Referenzdaten
    • Lösung komplexer Prüfprobleme mit zerstörungsfreien Verfahren
  • Arbeitsschwerpunkte

    • ZfP für Infrastrukturbauwerke mit dem Schwerpunkt Stahlbeton und Spannbeton
    • ZfP-Methoden für die Untersuchung von Bestandsbauwerken, auch im Rahmen von Umnutzung und modularer Wiedernutzung
    • Forschung und Entwicklung von ZfP-Verfahren für neue Werkstoffe und Konstruktionsweisen im Bauwesen
    • ZfP-Methoden für die nukleare Entsorgungsforschung, z. B. beim Ausbau von Endlagern für radioaktive Abfälle
    • Wissenstransfer in die Praxis durch Normung, Schulung und Beratung
  • Angebotsspektrum/Technische Ausstattung

    Angebotsspektrum

    • Beratung zum Einsatz von ZfP im Bauwesen
    • Forschungs- und Entwicklungsaufträge
    • Machbarkeitsstudien
    • Prüfaufträge
    • Validierung

    Technische Ausstattung

    • Standardprüfverfahren wie Rückprallhammer und Bewehrungssucher
    • Akustische Prüfverfahren (u. a. Impakt-Echo, Ultraschall, Schallemissionanalyse)
    • Radar in zahlreichen Varianten
    • In situ Gaspermeabilität zur Bewertung der Dauerhaftigkeit
    • Feuchtemessverfahren
    • Spezielle Sensoren und Messtechnik für die Bauwerksüberwachung
    • Automatisierte ZfP-Messdatenerfassung mit Bauwerksscannern

       

    In Zusammenarbeit mit anderen Bereichen der BAM stehen auch Methoden wie z. B. IR-Thermographie, NMR, Faseroptische Sensorik , Potentialverfahren oder Schwingungssensorik zur Verfügung.

    Referenzobjekte

    Im Test- und Validierungszentrum ZfPBau auf dem BAM-TTS und in der Laborhalle auf dem Stammgelände verfügt der Fachbereich über eine Vielzahl an Referenz-Probekörpern für ausgewählte Fragestellungen. Auch die Bereitstellung von Referenzdatensätzen ist möglich.

  • Publikationen des Fachbereichs

    In der Datenbank PUBLICA finden Sie Veröffentlichungen von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der BAM.

    Veröffentlichungen des Fachbereichs Zerstörungsfreie Schadensdiagnose und Umweltmessverfahren in PUBLICA

    PUBLICA

Die BAM ist eine wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde 
im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

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