Materialmodellierung
FACHBEREICH 5.5
Konventionelle Ansätze zur Materialentwicklung sind teuer, zeitaufwändig und beruhen oft auf Trial-and-Error. Dies stellt ein wesentliches Hindernis in unserer gesellschaftlichen Entwicklung dar und verlangsamt insbesondere dringend benötigte Fortschritte in den Bereichen Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Materialsicherheit, bei denen eine unerforschte Bandbreite an Materialien, Prozessen und Anwendungen untersucht werden müssen.
Die Materialmodellierung ermöglicht die Beschleunigung von Materialdesign und -entwicklung bei einer erheblichen Kostenverringerung. Modellierung und Simulationen mit stets steigenden Rechenkapazitäten ermöglichen außerdem eine schnelle Bewertung von potenziellen Materialien für gezielte und sichere Anwendungen. Neben Experimenten ist die computergestützte Materialwissenschaft deshalb ein Eckpfeiler jeder Materialinnovation.
Der Fachbereich Materialmodellierung entwickelt und führt mesoskalige Modellierungen und Simulationen durch, um die Prozess-Mikrostruktur-Eigenschaften-Performance-Beziehungen zu untersuchen. In Zusammenarbeit mit unseren akademischen Partnern und der Industrie erforschen wir ein breites Themenspektrum aus Mikrostrukturdefektdesign, der Optimierung funktioneller Eigenschaften oder aber die Entwicklung von komplexen Mehrkomponentenlegierungen unter Verwendung fortschrittlicher Multiskalenmodellierungsansätzen.
CALPHAD, Phasenfeldmethoden sowie die Chemomechanik, Bruchmchanik und Kristallplatizität werden integriert betrachtet, um Legierungen und Mikrostrukturen vorherzusagen und zu entwerfen. Während Full-Field-Simulationen zur Untersuchung der Mikrostrukturentwicklung bei verschiedenen Prozess- und Anwendungsbedingungen dienen, werden Mean-Field- und moderne Machine-Learning-Ansätze angewendet, um mikroskopische Merkmale mit makroskopischen Eigenschaften zu korrelieren.
Mit unseren quantitativen thermodynamischen und kinetischen Simulationen stellen wir die Brücke zwischen experimenteller Forschung und atomistischen Simulationen (Abteilung Materialchemie und Fachbereich Materialinformatik) her mit dem Ziel, die Erforschung und das Design von Mikrostrukturen und deren sichere Anwendung voranzutreiben.
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Kompetenzen
- Computergestützte Untersuchung der Prozess-Mikrostruktur-Eigenschaften-Performance-Beziehungen unter Verwendung von mesoskaliger Materialmodellierung und -simulation
- Scale-Bridging thermodynamische und kinetische Simulation von Mikrostrukturen unter Verwendung von CALPHAD-integrierten Phasenfeld- und Machine-Learning Ansätzen
- Numerische Umsetzung von komplexen Verformungs- und Schädigungsmodellen zur Beanspruchungsanalyse mit kommerziellen Finite-Elemente-Programmen (ABAQUS, ANSYS) sowie mit akademischer bzw. Open-Source Software (FENICS, FEAP)
- Entwicklung von Theorien und Designkonzepten zur Entwicklung neuer Werkstoffe wie komplexer Mehrkomponentenlegierungen
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Arbeitsschwerpunkte
- Entwicklung und Anwendung der CALPHAD-integrierten Phasenfeldmethode für das Design von Legierungen und Mikrostrukturen
- Dichtebasierte Modellierung von Mikrostrukturdefekten und Erstellung von Defektphasendiagrammen
- Weiterentwicklung und Anwendung von Deformations- und Schädigungsmodellen zur Simulation des inelastischen Werkstoffverhaltens und des Versagensverlaufs
- Entwicklung von mechanischen Modellen zur Abbildung der verschiedenen Umfelder
- Simulation des Risswachstums
- Programmierung von Subroutinen der Material- und Schädigungsmodelle für FE-Programme
Inelastische 3D-FE-Analysen
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Angebotsspektrum/Technische Ausstattung
- Erstellung von benutzerdefinierten Materialroutinen (FEM)
- Entwicklung von Deformationsmodellen
- Abbildung von Versagensmechanismen
- Entwicklung von numerischen Verfahren zur Lebensdaueruntersuchung
- Untersuchung der Mikrostrukturstabilität und -evolution
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Publikationen des Fachbereichs
In der Datenbank PUBLICA finden Sie Veröffentlichungen von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der BAM.
Veröffentlichungen des Fachbereichs Materialmodellierung in PUBLICA
PUBLICA
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Prof. Dr. Reza Darvishi Kamachali
