Europäische Harmonisierung der Bewertung des Brandschutzes von Fassaden

Über mehrere Stockwerke beschädigte Fassade (Außenwandbekleidung) nach Brand.
Seit 2017 hat die Europäische Kommission zwei Forschungsprojekte zur Harmonisierung der Prüfung des Brandschutzes von Fassaden finanziert. Zur Unterstützung dieser Arbeit wurde in allen EU-Mitgliedstaaten eine detaillierte Recherche der Brandschutzvorschriften durchgeführt. Die Ergebnisse zeigten, dass ein dringender Bedarf besteht, ganze Fassadensysteme unter realistischen Bedingungen zu prüfen. Großversuche liefern ein genaueres Bild als Methoden, die sich nur auf grundlegende Materialeigenschaften konzentrieren. Daher wurde der neue Prüfansatz so konzipiert, dass er sowohl mittel- als auch großmaßstäbliche Versuchsanordnungen umfasst, ähnlich wie bei den bestehenden Normen DIN 4102-20 und BS 8414.
Teil des zweiten Projekts waren eine theoretische Vergleichsstudie, die Entwicklung erster Prüfverfahren sowie eine großmaßstäbliche experimentelle Studie. Die theoretische Studie untersuchte, wie verschiedene Labore den Entwurf der Prüfmethode verstanden und anwendeten. Danach konzentrierten sich die ersten Versuche auf die Auslegung von Schlüsselelementen wie der Brandquelle, der Brennkammer und der Öffnung, durch die sich das Feuer ausbreiten kann. In der experimentellen Phase wurden vier verschiedene Fassadensysteme in drei Laboren unter Verwendung der vorgeschlagenen Methode getestet. Die Methode bildet nun die Grundlage für eine künftige europäische Norm zur Prüfung von Fassaden, die bei CEN (Europäisches Komitee für Normung) entwickelt wird.
Finalisation of the European Approach to Assess the Fire Performance of Facades—Brief Information on the Outcome of the Project
Péter Tóth, Anja Hofmann-Böllinghaus, Fabien Dumont, Johan Anderson, Johan Sjöström, Mikael Bergius, Roman Chiva, Octavian Lalu
Fire and Materials, 2026
