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BAM-Freilandversuche liefern neue Daten für die Vegetationsbrandbekämpfung

Europa erlebt derzeit eine ausgeprägte Hitze- und Dürrephase, in der sich in mehreren Ländern gleichzeitig große und teils historische Waldbrände entwickeln. Um solche Naturkatastrophen besser bekämpfen zu können, hat die BAM im Rahmen des von der EU geförderten Projekts TREEADS großflächige Brand- und Löschversuche im Realmaßstab durchgeführt. Dabei wurden auch verschiedene Löschtechniken sowie Löschwasserzusätze auf Tensidbasis getestet, die frei von Fluor und PFAS sind.

Für die kontrollierten Brand- und Löschversuche im Großmaßstab wurde ein Kiefernwald in Sachsen-Anhalt sowie eine abgeerntete Landwirtschaftsfläche in Brandenburg genutzt. Zum Einsatz kamen Drohnen mit Infrarotkameras, 96 Temperaturmesspunkte sowie mobile Rauchgasmesstechnik. 

Die Versuche zeigten, dass Brandverläufe je nach Vegetation, Brennstoffangebot und Witterung erheblich variieren. Im Kiefernwald dominierten langanhaltende Schwelbrände mit intensiver Rauchentwicklung. Dabei wurden Temperaturen von mehr als 500 Grad Celsius und sehr hohe Kohlenmonoxid-Konzentrationen gemessen. Auf der Landwirtschaftsfläche breiteten sich Brände dagegen als schnelle, windgetriebene Flammenfronten mit Ausbreitungsgeschwindigkeiten von bis zu zwei Metern pro Sekunde aus. Bereits drei Minuten nach der Zündung waren dort rund 700 Quadratmeter Vegetation von den Flammen erfasst. 

Zudem wurde beobachtet, dass Schwelbrände auch nach dem Abklingen sichtbarer Flammen über längere Zeit aktiv bleiben und weiterhin große Mengen Rauch freisetzen können. Dadurch erhöht sich das Risiko von Wiederentzündungen sowie einer Belastung der Einsatzkräfte durch Rauchgase. 

Anja Hofmann-Böllinghaus, Expertin für Brandforschung und Koordinatorin des Projekts an der BAM: „Die Ergebnisse unserer Forschung tragen dazu bei, Brandverläufe besser vorherzusagen, Einsatzstrategien zu verbessern und die Sicherheit bei der Vegetationsbrandbekämpfung zu erhöhen. Zugleich ermöglichen die im Rahmen unserer Freilandversuche erhobenen Daten, Computermodelle zur Vorhersage von Vegetationsbränden weiter zu optimieren.“

Die Ergebnisse der Freilandversuche wurden in der Fachzeitschrift „Fire and Materials“ veröffentlicht. Darüber hinaus hat das Team um Hofmann-Böllinghaus gemeinsam mit Einsatzkräften, Fachgremien und weiteren Projektbeteiligten praxisnahe Handlungsempfehlungen für Feuerwehren abgeleitet. Diese sind u.a. in das Merkblatt „Einsatz von Löschwasserzusätzen bei Vegetationsbränden“ der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb) eingeflossen.

Über TREEADS

Im EU-Projekt TREEADS – Ganzheitliches Brandmanagement-Ökosystem zur Prävention, Erkennung und Wiederherstellung nach Umweltkatastrophen – haben sich über 40 Institutionen aus Europa und Taiwan zusammengeschlossen, um ein ganzheitliches Brandmanagementsystem zu entwickeln. 

Das deutsche Pilotprojekt wurde von der BAM koordiniert. Beteiligt waren die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg als wissenschaftliche Partnerin für die experimentelle Brandforschung sowie das auf die Entwicklung und Herstellung von modernen Löschanlagen spezialisierte Unternehmen OneSeven aus Luckenwalde. 

TREEADS wurde im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizont 2020 der Europäischen Union unter der Förderlinie „Gesellschaftliche Herausforderung 5: Klimaschutz, Umwelt, Ressourceneffizienz und Rohstoffe“ gefördert.

Kontakt

Referat Kommunikation, Marketing

+49 30 8104-1013

Die BAM ist eine wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde 
im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

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