GreenH2Metals – Umweltfreundliche Wasserstoff-Speichersysteme aus recycelten Materialien

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Projektlaufzeit
01.04.2024 – 31.03.2027
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Projektart
Verbundforschungsprojekt
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Projektstatus
Laufend
Kurzbeschreibung
Im Projekt GreenH2Metals werden TiFe-basierte Legierungen aus recycelten Metallen als Wasserstoffspeicher für stationäre Anwendungen entwickelt. Die BAM untersucht die sicherheitstechnischen Eigenschaften der pulverförmigen Materialien sowie den Einfluss von Fremdatomen aus Recyclingströmen.
Ort
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
Unter den Eichen 87
12205 Berlin
Gegenstand des Projektes

Im Projekt GreenH2Metals werden nachhaltige TiFe-basierte Wasserstoffspeichermaterialien aus recycelten Metallen entwickelt. Der Einsatz sekundärer Rohstoffe führt zu komplexeren Zusammensetzungen mit Fremdatomen, deren Einfluss auf Speicherkapazität und Sicherheit systematisch untersucht wird. Ziel ist eine sichere, effiziente und langlebige Wasserstoffspeicherung für stationäre Anwendungen sowie die Förderung ressourceneffizienter, zirkulärer Wertschöpfungsketten.
Ziel des Projekts
Ziel des Projekts ist es, Kriterien für eine sichere und effiziente Wasserstoffspeicherung mit TiFe-Legierungen aus recycelten Metallen abzuleiten. Die BAM untersucht dazu per ab‑initio‑Simulationen den Einfluss von Begleitelementen auf Hydridbildung, Speicherkapazität sowie Langzeitstabilität und bestimmt experimentell sicherheitstechnische Kenngrößen von TiFe-Pulvern in Abhängigkeit verschiedener Parameter (z. B. Partikelgrößenverteilung) unter Luft sowie in Luft/Wasserstoff-Gemischen.
Methodik
Ab-initio Simulationen bestimmen Hydridstabilität, Diffusionsbarrieren und Phasenumwandlungen in TiFe-Legierungen mit Fremdatomen aus Recyclingströmen, analysieren Wasserstoff Defekt Wechselwirkungen mittels Machine-Learning-Interatompotenzialen (MLIPs) und liefern Daten für Phasenfeldmodelle des Alterungsverhaltens. Zeitgleich bestimmt die BAM Zünd- und Explosionskennwerte nach DIN EN-Normen unter Einsatz von Geräten wie der 20-L-Kugel in Abhängigkeit von Partikelgrößenverteilung und Zusammensetzung.
Partner + Förderer
Partners
Projektkoordination: Helmholtz-Zentrum hereon GmbH
Konsortium: 4 nationale Partner aus Forschungseinrichtungen und Universitäten
Funding
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

HAADF‑STEM-, EDS- und SAED-Aufnahmen einer FeTi-Probe nach 121 Hydrierzyklen (a). Ab‑initio‑berechnetes Fe‑Ti‑H‑Phasendiagramm, das zeigt, wie Lade- und Entladezyklen zur Bildung der FeTi₂‑Phase führen (b).
GreenH2Metals – Umweltfreundliche Wasserstoffspeichersysteme aus recycelten Materialien
Die Entwicklung sicherer und leistungsfähiger Wasserstoffspeichermaterialien wird besonders anspruchsvoll, wenn – wie im Projekt GreenH2Metals – konsequent recycelte Metallquellen eingesetzt werden. Die daraus resultierenden TiFe-basierten Legierungen enthalten Fremdatome (z. B. Aluminium, Vanadium, Zirkonium oder Mangan) und weisen schwankende Zusammensetzungen auf, die sowohl die Speicherleistung als auch die Sicherheit beeinflussen. An der BAM werden diese Aspekte in einem komplementären Ansatz durch physikalisch-chemische Simulationen und experimentelle sicherheitstechnische Analysen gemeinsam untersucht.
Ab-initio-Simulationen von Wasserstoffspeichermaterialien
Im Teilvorhaben „Ab-initio-basierte Simulation thermochemischer Prozesse“ untersucht die BAM den Einfluss von Fremdatomen auf TiFe-basierte Legierungen. Mithilfe der Dichtefunktionaltheorie (DFT) und von machine learning wird analysiert, wie diese Elemente die Stabilität von Hydriden, die Wasserstofflöslichkeit in Sekundärphasen, Phasenumwandlungen sowie deren Wechselwirkungen mit kristallinen Defekten wie Korngrenzen oder Antiphasengrenzen beeinflussen.
Auf dieser Grundlage werden Diffusionsbarrieren für Wasserstoff bestimmt und in mesoskalige Phasenfeldmodelle überführt. Diese erlauben die Simulation des Alterungsverhaltens und der Leistungsfähigkeit der Materialien über zahlreiche Be- und Entladezyklen und ermöglichen eine quantitative Bewertung des Einflusses der Legierungszusammensetzung auf das Wasserstoffspeicherverhalten.

Sicherheitsbewertung von TiFe-Pulvern
Parallel dazu untersucht die BAM die sicherheitstechnischen Eigenschaften pulverförmiger TiFe-Legierungen. Zünd- und Explosionseigenschaften werden systematisch in Abhängigkeit von Partikelgrößenverteilung und chemischer Zusammensetzung unter anwendungsrelevanten Bedingungen bestimmt.
Zur Charakterisierung der Materialien kommen analytische Verfahren wie Röntgenfluoreszenzanalyse (XRF) und Röntgen-Pulverdiffraktometrie (PXRD) zum Einsatz. In Kombination mit standardisierten sicherheitstechnischen Prüfverfahren entstehen konsistente und hochwertige Datensätze, die über den Informationsgehalt vieler Literatur- und Datenbankeinträge hinausgehen.
Auf dieser Basis können zuverlässige Zusammenhänge zwischen Legierungszusammensetzung, Partikeleigenschaften und sicherheitstechnischen Kenngrößen identifiziert werden. Die gewonnenen Ergebnisse ermöglichen die Ableitung repräsentativer Auslegungsparameter sowie die Entwicklung von Explosionsschutzkonzepten für Wasserstoffspeichersysteme über den gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Materialherstellung über die Anwendung bis zum Recycling – und leisten damit einen Beitrag zu sicheren und ressourceneffizienten Wasserstofftechnologien.
Partner
Helmholtz-Zentrum hereon GmbH (Projektkoordinator)
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM): Fachbereich 2.1 und Fachbereich 6.4
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen, Lehrstuhl für Anthropogene Stoffkreisläufe (ANTS)
Max-Planck-Institut für Nachhaltige Materialien GmbH: Abteilung Nanoanalytik und Grenzflächen und Abteilung Struktur und Nano- / Mikromechanik von Materialien

Förderung
Das Verbundforschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (Förderkennzeichen: 03SF0740) als Projekt der Wasserstoff-Grundlagenforschung im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung „Innovationen für die Energiewende“ gefördert.
Kontakt
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Dr. rer. nat. Tilmann Hickel
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