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Digitaler Produktpass (DPP)

Aktuelles

DPP Readiness Studie 2026

Wie gut sind Unternehmen in Deutschland auf den Digitalen Produktpass (DPP) vorbereitet? Die BAM und die TU Berlin untersuchen in einer gemeinsamen Studie im Rahmen von QI-Digital den aktuellen Vorbereitungsstand von Unternehmen auf die bald verbindliche Einführung des DPP, bestehende Herausforderungen sowie Chancen und Potenziale des DPP. Nehmen Sie bis zum 31. Oktober 2026 teil. Alle Teilnehmenden können auf Wunsch und erhalten Sie Ihren persönlichen DPP Readiness Score sowie die Studienergebnisse zugesendet bekommen.  

Jetzt an der DPP Readiness Studie teilnehmen
 

Was ist der Digitale Produktpass?

Der Digitale Produktpass (DPP) ist ein digitaler, interoperabler Datensatz mit strukturierten und maschinenlesbaren Informationen zu einem Produkt. Als Anforderung der EU-Ökodesign-Verordnung, weiterer sektorspezifischer Regulierungen sowie der künftigen EU-Produktverordnung wird der DPP für viele Produktgruppen in den kommenden Jahren verpflichtend. Welche Produktdaten im Detail verpflichtend sind und welcher Datenträger verwendet werden muss, legen die jeweiligen Rechtsakte für die Produktgruppe fest. Für die technische Umsetzung entwickelt CEN/CENELEC JTC 24 – „Digital Product Passport – Framework and System“ – europäische Normen. Sie schaffen gemeinsame Grundlagen für den DPP, etwa für Kennungen, Datenträger, Datenaustausch, Interoperabilität und Zugriffsrechte.

Europäischer Rechtsrahmen

Die Rechtsgrundlage für den digitalen Produktpass (DPP) ist die Ökodesign-Verordnung (ESPR), Verordnung (EU) 2024/1781. Er soll die Ziele des European Green Deal und des Aktionsplans für die Kreislaufwirtschaft unterstützen. Produktspezifische Anforderungen an Nutzung und Inhalt werden in delegierten Rechtsakten festgelegt.  

Weitere eigenständige EU-Rechtsakte sehen ebenfalls Digitale Produktpässe oder vergleichbare produktbezogene Informationsanforderungen vor. Dazu zählen:  die Batterieverordnung, die Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR), das Europäische Gesetz zu kritischen Rohstoffen, die Spielzeugsicherheitsverordnung, die Bauproduktenverordnung sowie die Verordnung über Detergenzien und Tenside. 

Geplante Produktgruppen im ersten ESPR-Arbeitsplan

Die konkreten Anforderungen an den DPP für ein Produkt werden durch die vorgesehenen produktspezifischen delegierten Rechtsakte festgelegt. 

Der ESPR-Arbeitsplan 2025–2030 priorisiert Produktgruppen für die Ausarbeitung künftiger Anforderungen. 

  • 2026 – Eisen und Stahl 

  • 2026–2029 – Energiebezogene Produkte 

  • 2027 – Textilien, Reifen und Aluminium

  • 2028 – Möbel

  • 2029 – Matratzen und IKT-Produkte 

DPP-Timeline

Zeitpunkt Meilenstein 
Juli 2023 Batterieverordnung veröffentlicht 
18.07.2024 ESPR tritt in Kraft 
16.04.2025 ESPR-Arbeitsplan 2025-2030 veröffentlicht 
Juni 2026 DPP Registry online  
Q4 2026 Durchführungsrechtsakt zu den Zugriffsrechten für Batterien vorgesehen. 
Q4 2026 Veröffentlichung des Entwurfs zum EPA 
18.02.2027 Batteriepass wird verpflichtend 
Ab 2027 Produktspezifische ESPR-Anforderungen (gemäß aktuellem Arbeitsplan) 
Ab 2028 Überprüfung des Arbeitsplans 
Bis 2030 schrittweise Ausweitung auf weitere Produktgruppen 

Die BAM und der Digitale Produktpass 

Die BAM ist die gesetzlich beauftragte Stelle für den Ökodesign-Rechtsrahmen in Deutschland und begleitet eng alle diesbezüglichen Maßnahmen. Weiter verfügt die BAM über vielfältige Kompetenzen in den Bereichen Produktsicherheit, Materialwissenschaft, Analytik und Circular Economy, die für die sektorspezifische Ausgestaltung von digital Produktpässen relevant sind. Die BAM trägt damit wesentlich zur wirkungsvollen Umsetzung des DPP bei.

Kompetenzen der BAM:

  • Regulierung: Als gesetzlich beauftragte Stelle für den EU-Ökodesign-Rechtsrahmen berät und vertritt die BAM die zuständigen Ministerien bei EU-Rechtsetzungsprozessen.
  • Normung: Die BAM beteiligt sich an wichtigen europäischen und internationalen Normungsaktivitäten zum DPP, darunter CEN/CENELEC JTC 24 und ISO/IEC JTC 5. Außerdem ist sie Co-Vorsitzende des DPP-Arbeitsstrangs im High-Level Forum on European Standardisation. 
  • Digitale Qualitätsinfrastruktur (QI): Die BAM treibt den Wandel von einer dokumentenbasierten hin zu einer datengestützten Qualitätsinfrastruktur voran. Vertrauenswürdige digitale Ökosysteme, Interoperabilitätsrahmen und digitale Vertrauenslösungen sollen den effizienten und zuverlässigen Austausch qualitätsbezogener Informationen und Konformitätsnachweise innerhalb von DPP-Ökosystemen ermöglichen. Dazu gehören die Integration maschinenlesbarer Qualitätsdokumente und moderner Qualitätssicherungsmethoden. 
  • Ökosystemnetzwerke: Die BAM beteiligt sich aktiv an Initiativen wie CIRPASS 2, Battery Pass Ready, Energy Data-X und der Industrial Digital Twin Association (IDTA). Damit fördert sie interoperable DPP-Ökosysteme und einen vertrauenswürdigen Datenaustausch. 
  • Forschung, Entwicklung und Demonstration: In verschiedenen Projekten verbindet die BAM ihre Kompetenzen in den Bereichen Datenmodellierung, Datenaustausch und Vertrauenslösungen mit fundiertem Fachwissen zu Anwendungsfeldern wie Batterien, Druckbehältern, Windkraftanlagen und additiver Fertigung. So treibt sie die Entwicklung, Erprobung und Demonstration interoperabler DPP-Lösungen für unterschiedliche industrielle Anwendungen voran. 
  • Wirtschaftswissenschaftliche Begleitforschung: Ergänzend zu ihren regulatorischen, normungsbezogenen und technischen DPP-Kompetenzen bringt die BAM wirtschaftswissenschaftliches und innovationsökonomisches Know-how ein. Mit Stakeholder-Assessments und Umfragen untersucht sie wirtschaftliche Fragestellungen und Perspektiven relevanter Interessengruppen.  
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