BAM-Wissenschaftler Tilmann Hickel als DGM-Pionier 2026 ausgezeichnet

V.l.n.r.: DGM-Präsident Dr.-Ing. Till Schneiders, Dr. Tilmann Hickel (BAM), DGM-Präsident Prof. Dr.-Ing. Gunther Eggeler. Foto: DGM
Die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V. (DGM) hat Dr. Tilmann Hickel von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) mit dem Titel DGM-Pionier 2026 ausgezeichnet. Damit würdigt die Fachgesellschaft seine herausragenden Beiträge zur computergestützten Materialforschung sowie zum Transfer digitaler Methoden in die industrielle Werkstoffentwicklung.
Die DGM hebt in ihrer Begründung insbesondere Hickels Forschung an der Schnittstelle von computergestützter Materialwissenschaft und praktischer Anwendung hervor. Seine Arbeiten verbinden Simulationen mit modernen Dateninfrastrukturen und adressieren Fragestellungen von hoher industrieller Relevanz, darunter die Entwicklung hochfester Stähle sowie die Untersuchung der Wasserstoffversprödung.
Mit dem Titel DGM-Pionier ehrt die DGM Persönlichkeiten, die sich in besonderer Weise um die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie verdient gemacht haben. Im Mittelpunkt steht dabei der erfolgreiche Transfer materialwissenschaftlicher Erkenntnisse in technische Anwendungen.
Tilmann Hickel zählt zu den international anerkannten Experten auf dem Gebiet der computergestützten Materialwissenschaft. Seine Forschung trägt dazu bei, Werkstoffe gezielter zu entwickeln und deren Eigenschaften bereits vor aufwendigen Versuchsreihen zuverlässig vorherzusagen. Hickel ist auch Co-Sprecher der von der BAM koordinierten Innovationsplattform MaterialDigital, in der die BAM gemeinsam mit Projektbeteiligten aus Wissenschaft und Industrie digitale Standards, Datenräume und Werkzeuge entwickelt, um Materialdaten entlang des gesamten Lebenszyklus von Werkstoffen interoperabel nutzbar zu machen und so die Forschung, Entwicklung und Anwendung neuer Materialien zu beschleunigen.
Wie solche Ansätze in der Praxis wirken, zeigt das von Hickel koordinierte europäische Forschungsprojekt HYDRO-QP, das im September 2026 gestartet ist. Gemeinsam mit Partner*innen aus Wissenschaft und Industrie untersucht die BAM, wie Wasserstoff und Verunreinigungen aus dem Recycling die Eigenschaften moderner hochfester Automobilstähle beeinflussen. Ziel ist es, die Grundlagen für eine klimafreundlichere Stahlproduktion zu schaffen, ohne Abstriche bei Sicherheit und Zuverlässigkeit zu machen. Dafür werden experimentelle Werkstoffforschung, Computersimulationen, datengetriebene Modelle und Methoden des maschinellen Lernens kombiniert.
Die Auszeichnung unterstreicht die wachsende Bedeutung datengetriebener und simulationsgestützter Ansätze für die Entwicklung nachhaltiger und leistungsfähiger Werkstoffe. Der Preis wurde im Rahmen des DGM-Tags in Darmstadt verliehen.
