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Neue PFHxA-Grenzwerte: BAM-Referenzmaterial ermöglicht verlässliche Messungen

, Material

Ab dem 10. Oktober 2026 gelten in der EU neue Beschränkungen für Perfluorhexansäure (PFHxA), ihre Salze und verwandte Stoffe in Bekleidung, Schuhen und Zubehör. Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) unterstützt Prüflabore bei der Kontrolle mit einem zertifizierten Referenzmaterial aus Outdoor-Textilien. Damit können Labore überprüfen, ob ihre Analyseverfahren ausgewählte PFAS, darunter PFHxA, auch in sehr niedrigen Konzentrationen zuverlässig bestimmen.  

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind eine große Gruppe künstlich hergestellter Chemikalien. Sie werden unter anderem eingesetzt, um Textilien wasser-, fett- oder schmutzabweisend zu machen. Viele PFAS sind äußerst langlebig und werden in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut. Perfluorhexansäure (PFHxA), eine einzelne chemische Verbindung innerhalb dieser Gruppe, ist zudem wasserlöslich und kann sich deshalb weit verbreiten – beispielsweise während der Produktion oder beim Waschen. Die Europäische Union hat PFHxA, ihre Salze und PFHxA-verwandte Stoffe daher 2024 im Rahmen der europäischen Chemikalienverordnung REACH beschränkt. 

Ab dem 10. Oktober 2026 dürfen Outdoor-Kleidung, Schuhe und entsprechendes Zubehör nur noch begrenzte Mengen PFHxA und ihrer Salze enthalten. Die EU-Verordnung setzt dafür Höchstgrenzen von 25 Mikrogramm pro Kilogramm für PFHxA und ihre Salze sowie 1.000 Mikrogramm pro Kilogramm für PFHxA-verwandte Stoffe fest. Für weitere Textilien gelten teilweise abweichende Übergangsfristen. 

Damit solche niedrigen Konzentrationen zuverlässig kontrolliert werden können, benötigen Prüflabore geeignete Vergleichsmaßstäbe. Hier kommt das Referenzmaterial „BAM-B003“ zum Einsatz: Es besteht aus zerkleinertem Outdoor-Textil und enthält 18 genau bestimmte PFAS. Dazu gehört auch PFHxA mit einem zertifizierten Gehalt von 35 Mikrogramm pro Kilogramm. Das Material wurde speziell für die PFAS-Bestimmung in Outdoor-Textilien entwickelt. 

„Mit den neuen Grenzwerten steigen die Anforderungen an die Analytik“, erläutert Thomas Sommerfeld, Leiter des Projektes an der BAM. „Unser Referenzmaterial gibt Laboren einen verlässlichen Maßstab, mit dem sie überprüfen können, ob ihre Messverfahren auch bei sehr niedrigen PFAS-Gehalten richtige Ergebnisse liefern.“ 

Referenzmaterialien dienen dabei ähnlich wie ein geeichtes Vergleichsgewicht als Maßstab: Die Gehalte bestimmter Stoffe sind einschließlich ihrer Unsicherheiten zertifiziert. Labore vergleichen ihre Messergebnisse mit diesen Werten und überprüfen so die Genauigkeit ihrer Analyseverfahren. 

Mit der Entwicklung und Zertifizierung solcher Materialien erfüllt die BAM ihren Auftrag „Sicherheit in Technik und Chemie“. Belastbare Analysen unterstützen die Kontrolle gesetzlicher Grenzwerte und schaffen eine Grundlage für Entscheidungen zum Schutz von Mensch und Umwelt. 

Das zertifizierte Referenzmaterial BAM-B003 sowie weitere Referenzmaterialien sind über den BAM-Webshop erhältlich.

Kontakt

Referat Kommunikation, Marketing

+49 30 8104-1013

Die BAM ist eine wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde 
im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

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